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Blog (Gegen den Existenzgründung-Blues)
Die Entwicklung zur Unternehmerin
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Mittwoch, 09.07.2008 18:34 Uhr
Ines Korkowski
Die Entwicklung zur Unternehmerin
Als Existenzgründerin hatte ich oft das Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen. In Gedanken (und irgendwann auch richtig) keine Arbeitnehmerin mehr, aber auch noch keine vollständige Unternehmerin, mit wenig Referenzen und Erfahrungen.
Vor der Kündigung wurde ich und meine Idee oft nicht für
voll genommen. Ich wurde hinterfragt und
auf die Probe gestellt: meint die das wirklich ernst mit ihrem Vorhaben, ist
das nicht nur ein Hobby?
Man fängt an, sich zu rechtfertigen und Erklärungen
abzugeben, dass man es sehr wohl ernst meint. Aber es klingt nicht richtig
glaubwürdig, weil man ja selbst Zweifel hat, ob die Rechnung aufgeht. Und man
fühlt sich schlecht und fragt sich, warum so gar keiner an einen glaubt? Gerade jetzt,
wo jede Unterstützung doch so wichtig wäre, damit das Vorhaben auch klappt.
Ich stellte oft fest, dass der Glaube an meine Existenzgründung, das kleine zarte Pflänzchen, gerne zertrampelt wurde und die Leute einem die Idee ausreden wollten. „Was, Du willst Deinen gutbezahlten Job aufgeben, hast Du dir das gut überlegt?“ war ein Standardsatz, den ich mir oft anhören musste. Mein Ärger über solche Aussagen war groß, aber mein Wille, trotzdem weiterzumachen und sich davon nicht herunterziehen zu lassen, war glücklicherweise viel größer.
Für mich war es die bisher härteste Zeit in meiner Entwicklung zur Unternehmerin, als ich die Leute, die meine Idee gut fanden, an drei Fingern abzählen konnte. Viele Menschen konnten sich offensichtlich nicht in mich hineinversetzen, warum ich diesen brennenden Wunsch habe, selbständig zu sein. Ich hatte doch alles, den Job in einem Konzern, ein festes Gehalt, einen schicken Firmenwagen etc. pp.
Ich legte mir zum Ausgleich viel Literatur zu, Titel wie „Den Laden schmeißen“ und „Ob ich das schaffe“ füllten mein Bücherregal. Internetseiten wie www.gruendungszuschuss.de wurden zur Standardlektüre und Blogs wie www.best-practice-business.de/blog, http://ideentower.blogs.com/ oder Newsletter wie http://www.foerster-kreuz.com/beratungsletter.html halfen mir, Inspiration und unternehmerisches Denken zu finden und zu pflegen.
Außerdem entschloß ich mich, professionelle Hilfe von einer Unternehmensberaterin in Anspruch zu nehmen. (Auch vor der Gründung wird so etwas schon gefördert, das als heißer Tipp mal nebenbei) Ich bekam eine Förderung vom RKW und engagierte eine Beraterin, die sich mit Existenzgründungen auskennt. Es war eine Wohltat, mit jemandem ernsthaft über das Thema zu sprechen; ich konnte inhaltliche und strategische Dinge meiner Unternehmensgründung festigen.
Mittlerweile, nach 1,5 Jahren, hat sich die Reaktion der Leute geändert. Sie fragen nicht mehr, ob das eine gute Idee ist/war, sich selbständig zu machen, sondern „Wie läuft es? Wie ist die Auftragslage?“ Und je besser es läuft, desto lockerer kann ich auf die Standardfrage reagieren. Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem Strahlen in den Augen sage ich, dass es die richtige Entscheidung war, Unternehmerin zu werden!
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Ines Korkowski
http://www.kraftstoff-fashion.de
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1 Kommentar
Liebe Ines,
du beschreibst sehr anschaulich und erhlich deinen Werdegang zur Unternehmerin. Mir macht es Freude, deine Texte zu lesen. Und vielleicht lassen sich hier einige inspirieren auch über eine Selbständigkeit nachzudenken.
Viele Grüße von Lucia
Lucia Serlenga-Gölz
Donnerstag, 10.07.2008 00:21 Uhr
