aktuelle Veranstaltungen

mein BUSINESS > Blog (Gepfeffert und gesalzen - zwei Unternehmerinnen berichten) > Der Übergang oder wie bekommt man professionelle Geschäftsräume

Blog

Mittwoch, 16.07.2008 10:44 Uhr
Ines Korkowski

Der Übergang oder wie bekommt man professionelle Geschäftsräume

Ende 2006 hatte ich also meinen Job gekündigt und Anfang Januar 2007 mein neues Gewebe angemeldet. Bisher arbeitete ich von zuhause aus, mein Arbeitszimmer war randvoll, im Flur standen Schränke, der Keller war belegt….es war einfach alles zu eng, zu voll und eine Trennung zwischen Arbeit und Privatleben gab es nicht.

Außerdem war es mir extrem unangenehm, wenn Kunden klingelten und ich dann evtl. nicht ordentlich aussah (was man ja zuhause durchaus mal tut). Gelegentlich musste ich die Kunden auch ins Wohnzimmer hereinbitten, um dort ein Gespräch zu führen. Dort lag u.a. meine Yogamatte ausgebreitet; ich schämte mich ob des privaten Ambientes.

Nein, so konnte es nicht weitergehen, das passte überhaupt nicht zu meinen Ansprüchen an das Auftreten meines Unternehmens.

Also hieß es, Geschäftsräume zu suchen. Medium der Wahl war das hiesige Gemeindeblatt – damit hatte ich bei vorigen Wohnungssuchen immer gute Erfahrungen mit gemacht. Seriös, regional, wöchentlich – die Anzeige war online schnell aufgesetzt. In derselben Ausgabe, in der mein Gesuch stand, fand ich eine Anzeige mit dem Text:

„Gewerberäume im Erdgeschoß, vielseitig nutzbar, 90m²“

Klang ja schon mal gar nicht so schlecht. Ich griff zum Hörer und rief gleich an. Mit dem Vermieter vereinbarte ich einen Termin und ich dachte nur, ohje, das ist bestimmt so ein Hinterhof-Teil mit kaputten Rollläden und altem PVC-Boden.

Als ich zum Besuchstermin ankam, war ich überrascht: gute Lage, Sandsteinfassade, Rundbogenfenster, Ladentür. Das Interieur war etwas verwohnt, es standen noch die Möbel vom Vormieter rum, der die Miete nicht mehr bezahlt hatte. 1,5 Jahre standen die Räume leer. Der Boden war mit einem blauen fleckigen Billigteppich ausgelegt, der mich ziemlich gruselte. Aber ein großer Gewölbekeller war mit dabei. Also, prinzipiell konnte ich mir das als Büro vorstellen. Renoviert werden musste auf jeden Fall, aber für 500 € im Monat fand ich das Angebot prima. Vor allem die Rundbogenfenster hatten es mir angetan. Ich war eigentlich begeistert, dachte aber, das erste Angebot kannst Du nicht gleich annehmen. Ich wollte noch mal vergleichen.

Also erstmal andere Angebote sondiert und weitere Besuchstermine ausgemacht. Aber etwas Besseres fand sich einfach nicht: Einmal waren die Räumlichkeiten mitten in einem Wohngebiet, dann sagte mir der Name der Straße nicht zu (das Wort Müll von Müllheimer Tal wollte ich nicht auf der Visitenkarte stehen haben) …es fand sich einfach nichts vergleichbares.

Insofern sagte ich dem ersten Angebot zu und unterschrieb den Mietvertrag, der mit einer Frist von 3 Monaten gekündigt werden kann (gerade am Anfang sollte man sich nicht an ein Mietobjekt binden, wenn man nicht weiß, wie das Geschäft laufen wird)

Ich hatte nun die ersten Geschäftsräume meines Lebens angemietet und war stolz wie Oskar. Ein weiterer Schritt war geschafft.

------------------------------------------

Ines Korkowski
[www.kraftstoff-fashion.de<]

letzter Eintrag nächster Eintrag

Google Anzeigen

2 Kommentare

Hallo Alle!

Ich kenne das sehr gut. Habe schon alle Arbeitssituationen hinter mir. Alleine im Gemeinschaftsatelier, zu Hause, zu zweit in Gemeinschaftsbüro, wieder zu Hause und endlich im eigenen Büro samt Untermieterin.

Weils so schwierig war haben wir eine eigene Website dafür gestartet.

Auf "http://www.raumdirekt.com - Finde Deinen Arbeitsraum" können temporäre oder gemeinsame genutzte Arbeitsräume mit anderen Gründerinnen gesucht und angeboten werden.

Alles Gute aus Wien!

Anita Posch

Anita Posch
Donnerstag, 17.07.2008 18:41 Uhr

Hallo Ines,

es ist sicher nicht einfach an geeignete Geschäftsräume zu kommen. Mir hat immer ein Mittel gut geholfen, das zu bekommen was ich will. Die Kommunikation.

In unserer kleinen Stadt gibt es viele leerstehende Mietobjekte mit utopischen Mietvorstellungen. Was ich benötigte waren zwei Büros, denn ich wollte endlich mal etwas eigenes haben im Leben das ich selbst gestalten konnte wie ich wollte. Natürlich auch ein Seminarraum und eine Ecke in der man klönen und sich wohlfühlen konnte.

Also fragte ich einfach mal alle Leute die ich so kannte ob etwas frei wäre das meinen Wunschvorstellungen entspricht. Nach bereits einem Tag hatte ich das passende Objekt gefunden. Nach fünf Minuten die Vermieterin angerufen und nach 3 Stunden den Mietvertrag in der Tasche.

Die Büros und die Küche waren in Ordnung. Der Seminarraum ein Rohbau und stark renovierungsbedürftig. Ich konnte die Miete durch Eigenleistung bei der Renovierung auf einem traumhaft niedrigen Niveau halten und meine Räume so gestalten wie es mir gefiel. Dies mit ganz viel Unterstützung meines Freundeskreises.

Ein Glücksgriff. Gerade in Gegenden mit hohem Leerstand sollte man Verhandlunggeschick beweisen.

Viele Vermieter vermieten gegen geringe Mietgebühr wenn sie nur die Nebenkosten gedeckt bekommen.

Also einfach einmal fragen.

Freundliche Grüße

Brigitte Kräußling

Brigitte Kräußling
Donnerstag, 17.07.2008 16:42 Uhr