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Freitag, 13.06.2008 10:26 Uhr
Tessa Tech

Wer glaubt, dass Projektleiter Projekte leiten, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten ...

Ich bin Tessa, Mitte 30 und arbeite als Projektleiterin in einem grossen IT-Projekt. Ich verfüge über fast 15 Jahre Erfahrung in der IT und bin seit einigen Jahren im Projektgeschäft tätig. Ich bin kein Neuling, aber auch noch kein alter Hase. Spass an der Arbeit und ein hoher Anspruch an die Qualität der Arbeit, die ich abliefere, sind für mich selbstverständlich - regelmässige Arbeitszeiten im Projekt weniger.

Zu meinem Team gehören 20 Männer. Ich bin als Projektleiterin die einzige Frau bei uns. Manche der Kollegen sind jünger, manche wesentlich älter als ich. Wir kommen aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands. Die Mischung passt. Wir haben viel Spass - zumindest zusammen und auch während der Arbeit hier im Projekt. Motivation ist in der Regel kein Thema, Disziplin schon eher.

Unser Projekt ist ein sehr technisches Projekt mit vielen Schnittstellen, Abhängigkeiten und Reibungspunkten, über das ich Euch in anonymisierter Form im Laufe der nächsten Wochen berichten werde. Ich werde Euch einen Einblick gewähren in Klatsch und Tratsch, Projektgeschäft in der IT, Erlebnisse und Begebenheiten mit Kollegen. Manchmal fühle ich mich hier bei meinem Kunden wie beim Kabarett. Wie sagt einer meiner Kollegen so schön „Eigentlich müssten wir hier Eintritt bezahlen!". Es gibt Meetings, in denen einer meiner Teamleiter fast 5 Minuten kopfschüttelnd am Tisch sitzt, bevor es ihn vor Lachen schüttelt. Sei es, weil das Management einen beständigen „Mal links-Mal rechts"-Kurs fährt, Budgetkürzungen, die die Projektziele mehr als offensichtlich gefährden, als „Challenge" schön geredet werden, oder weil es Kollegen gibt, die lieber E-Mails schreiben als mit ihren Kollegen, die neben ihnen sitzen, zu reden.

Einiges stammt aus erster Hand, andere Geschichten trage ich einfach an Euch weiter. Nicht alles ist aktuell, was ich hier schreibe. Manchmal plaudere ich einfach nur aus dem Fundus.

Ich möchte Euch auch darüber hinaus an meinem Leben, das sich nicht nur um meine Arbeit dreht, teilhaben lassen. Mein Job, meine Kollegen und mein Arbeitgeber sind zwar ein essentieller Bestandteil meines Lebens, aber zum Glück doch nicht das einzige, mit dem ich mich beschäftige. Aber es prägt und macht mich um viele Erfahrungen reicher und ich lerne täglich dazu - v.a. was die zwischenmenschlichen Aspekte angeht.

Zwei Dinge unterscheiden mich von den meisten Frauen:

1. ich habe Ahnung von Technik,

2. Ich zähle zur kleinen Gruppe der "Alphafrauen". Darunter fallen für mich alle Frauen, die gern was zu sagen haben und sich nicht scheuen, auch männlichen Kollegen eine Ansage zu machen, sprich: ich bin eine Führungskraft auf dem Weg nach oben. Wer wissen will, wie es ist als Alphafrau in der IT - allein unter Männern zu arbeiten und zu leben und wie man ein großes Projekt mit-steuert, der kann ab heute hier im Blog mehr dazu erfahren.

Tessa 

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15 Kommentare

Eben komme ich von einem Unternehmerinnen-Frühstück, was eher ein Existenzgründerinnen-Frühstück war. ALLE 12-14 Frauen, die dort waren ( 35-55) machen sich im sozialen Bereich selbständig - KEINE einzige im technischen Umfeld.

Insofern liebe Tessa, ran an die Tasten.

Deine Erzählungen werden sicher unterhaltsam, ich kenne das Arbeiten in der IT. Ich sage nur: Affentheater.

Schöne Grüße,
Ines

Ines Korkowski
Sonntag, 29.06.2008 14:56 Uhr

Als ich den Kommentar von der Gisela las, musste ich schmunzeln und ich hoffe, dass sich die Tessa doch irgendwann einmal von dem Alpha-Weibchen-Konzept abbringen lässt. Wenn ich die Wörter Alpha-Weibchen und Alpha-Männchen höre, bekomme ich ein unangenehmes Gefühl. Die Vorstellung, dass diese Alpha-Weibchen und –Männchen einmal die Welt regieren löst in mir Panik aus. Ich habe es mehr mit Teamplayern und flachen Hierarchien. Frauen die auf Grund von gutem Einkommen und Geld eine führende Position innehatten, die gab es durch alle Jahrtausende durch und sie konnten selbstbestimmt leben. Mein Ziel ist es, dass auch Frauen mit wenig Geld über ihr Leben bestimmen können.

Nun noch ein Wort zu den Talenten. Sicher ist ein Talent, welches ein Mensch besitzt was Besonderes. Es ist für mich nichts Besonderes wenn Frau ein technisches Talent besitzt. Das tun viele Frauen. Das Schlimme ist, dass diese Talente nicht gefördert werden. Jede Frau sollte froh sein, wenn ihre nicht weiblichen Talente Förderung genießen. Und ich möchte nicht wissen, wie viele Männer unter der Tessa stehen und sich die Hände reiben würden, wenn es einem von ihnen gelingen würde sie zu Fall zu bringen.

Christa Sima
Mittwoch, 25.06.2008 10:40 Uhr

Hallo Tessa!

Auch ich bin gespannt auf weitere Berichte von Dir. Bitte durch Kommentare nicht entmutigen lassen. Allein unter Männern und dann noch als Projektleiterin verantwortlich zu sein ist sicherlich nicht immer einfach.

Als Projekt-Assi in einem gemischten IT-Team habe ich auch schon so einige Erfahrungen gemacht - zumal ich wesentlich älter bin als der überwiegende Teil des Teams.

Also, weiter so. Ich bin gespannt.

Gruß

Gisela 

Gisela Liebich
Montag, 23.06.2008 18:51 Uhr

Es tut mir leid, auch wenn es in diesm Bereich wenig Frauen gibt, sagt das nichts aus über technisch talentierte Frauen. Ich bin der Meinung, dass es andere Gründe gibt, die frau aus technischen Berufen rausmanövriert als mangeldes Talent. Und mit dem neuen feminismus hat es auch nichts zu tun. LG

Christa Sima
Samstag, 21.06.2008 22:32 Uhr

Hallo alle, also Tessas Job und ihre Kompetenzen sind schon etwas ungewöhnlich, es gibt an der Stelle wo sie arbeitet wirklich wenig Frauen! Sonst hätten wir sie nicht gebeten zu bloggen.

Und Tessa versteht auch mehr als nur "etwas" von Technik, da hat sie wohl etwas tief gestapelt. Dass wenig Frauen technische Berufe ergreifen ist ja leider Tatsache, man tut sich keinen Gefallen wenn man das in Frage stellt. Wobei ich glaube, dass dies nichts mit Talenten zu tun hat. Wir entscheiden uns eben meist für andere Jobs... 

Pia Bohlen-Mayen
Donnerstag, 19.06.2008 19:47 Uhr

Bitte was ist das Besonderes, wenn Frau technisch begabt ist. Ich finde, dieses Thema ist gegessen. Oder wollt ihr das Rad neu erfinden? Neuer Feminismus? Was ist daran neu?

Christa Sima
Mittwoch, 18.06.2008 11:37 Uhr

Hallo rundum,

ich bin 45 J. und arbeite seit meinem 18. Lebensjahr in der Technik. Teils mit Kindern, teils auch mit Erwachsenen bis ca. 65 J. .

Ich habe bisher festgestellt, dass die größten Hürden in den Köpfen der Frauen selber sind. Damit meine ich: Wenn mein männl. Nachbar keine Äpfel mag und mir erzählt, ich soll sie auch nicht essen, dann fasse ich mir an den Kopf und denke, der kann mir sonstwas erzählen...

Vielen Frauen ist das aber in bezug auf Technik so nicht möglich. Wahrscheinlich erzählte mann/frau ihnen schon immer, dass Äpfel nicht schmecken?! 

Angie 

Angie
Mittwoch, 18.06.2008 10:14 Uhr

Hallo in die Runde, 

ich arbeite hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen und muss feststellen, dass Frauen! bzw Mädchen keine oder kaum Technikkenntnisse besitzen und auch nicht wollen. Meine Erfahrung: Frauen und Technik geht kaum zusammen.

Ich freue mich auch auf deine weiteren Blogs rund um Frauen und Technik und das Szenario in so manchen Firmen, Tessa, das wird bestimmt lustig.

Wenn man mal  Männer dominierte Blogs liest oder das Netzwerkverhalten von männlichen Kollegen studiert, dann merkt man ganz deutlich, wie sie sich gegenseitig stützen und nicht, wie Frauen das tun, sich gegenseitig kritisieren und in Frage stellen. Das habe ich immer und überall erlebt. Schade in jedem einzenen Fall!

Bis dann 

 

 

Barbara
Mittwoch, 18.06.2008 09:24 Uhr

Ich frage mich, wen das interessiert, was sie zu sagen hat? Es ist ganz normaler Firmenalltag in Deutschland.... das auch noch schriftlich zu lesen.... bitte nicht! Ausserdem ist eine deskriptive Erzählung öde, weil sie nichts eigen Kreiertes und selbst Gedachtes beinhaltet, phantasielos ist und ermüdend... spar dir die Energie und gehe lieber schwimmen, wandern oder mach was anderes, um deinen vollen Kopf leer zu bekommen...

**
Mittwoch, 18.06.2008 09:16 Uhr

Je später der Abend desto bissiger die Kommentare ;-)
Doch, ich bin schon der Meinung, dass eine  Frau mit Technik-Spezialkenntnissen immer noch eher etwas Besonderes ist. Oft habe ich das Gefühl, das sei doch ganz normal - bis ich wieder einmal runter von meiner Insel aufs Festland der ganz normal-durchschnittlichen Bevölkerung komme. Und da weht mir dann der raue Wind entgegen im Stil von "Frau und Technik, das geht nicht" oder "die soll besser was weibliches machen". Oft wird das nett verbrämt rübergebracht, manchmal aber auch direkt und unfreundlich.

Ich bin gespannt, was in diesem Blog so kommt und erhoffe mir auch ein bisschen mehr Einsicht in die Mechanismen grösserer Betriebe und deren Umgang mit Frauen.

Spannend!

Susanne Tanner Ruppe
Mittwoch, 18.06.2008 07:23 Uhr

Was bitte ist so Besonderes daran, als Frau mit Technik zu tun zu haben und und allein unter Männern zu sein? 

Ich glaube, wenn ich Dir mal auf den Zahn fühlen würde, käme nicht viel dabei raus. 

Technikerin
Dienstag, 17.06.2008 23:47 Uhr

Hi Tessa Tech,

ich bin super neugierig, was da alles an Infos und Anekdoten kommt - und so ein Blick hinter die Kulissen lässt mich sicher auch den einen oder anderen Kunden leichter verstehe.

Auf geht's! :-) 

Petra Spiess
Samstag, 14.06.2008 09:26 Uhr

So viel Eigenlob... ist das noch ein guter Stil oder bereits ein befürchteter "neuer Feminismus"? Dieser Beitrag wirkt total gestellt...

Unterwegs im Internet
Freitag, 13.06.2008 22:44 Uhr

Ich bin auch schon sehr gespannt was kommt. Bei uns läuft auch gerade ein grosses IT Projekt und drum freu ich mich schon was du so alles zu erzählen hast...

Katharina Troll
Freitag, 13.06.2008 13:08 Uhr

Na das hat wirklich noch gefehlt...

Klasse Idee, ich freu mich auf die naechsten Folgen. 

Viel Spass & ein zahlreiche Audience

Susanne Richter
Freitag, 13.06.2008 11:21 Uhr