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Freunde und Arbeiten - mit Freunden arbeiten?
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Montag, 02.06.2008 02:35 Uhr
Ines Kistenbrügger Sabet
Freunde und Arbeiten - mit Freunden arbeiten?
Letzte Woche musste ich schlucken. Eine Mitarbeiterin informierte das Team per Email über den Tod ihrer Mutter. Wie geht man damit um? Beileidsbekundungen? Blumensträuße? Eine Karte? Oder einfach ignorieren?
Gar nicht so einfach, immer den richtigen Weg zu finden. Welche Dinge und Begebenheiten teilt man mit den Kollegen, welche Dinge verschweigt man? Wie herzlich und freundschaftlich darf der Umgang sein?
Ich persönlich streue immer ein wenig Persönliches ein. Und habe schon den einen oder anderen guten Freund bei der Arbeit kennengelernt. Immerhin verbringe ich viel Zeit am Arbeitsplatz, es käme mir komisch vor, wenn ich nichts Privates erzählen könnte.
Ich teile Ferienerlebnisse, Hobbies und Familie mit meinen Kollegen. Ebenso erzähle ich auch gerne die eine oder andere Anekdote oder von meinem letzten Ticket wegen Geschwindigkeitsüberschreitung.
Tabu ist für mich, andere von der Arbeit abzuhalten. Ich rede auf dem Weg zum Kiosk, zur Cafeteria oder beim Lunch. Unmöglich finde ich, wenn Kollegen mich beim Arbeiten unterbrechen und nicht von meinem Schreibtisch wegzubekommen sind.
Schwierig ist es im Moment für eine Freundin von mir. Ihr Lebensgefährte hat eine schwerwiegende Operation vor sich, die sie nicht mit ihren Kollegen teilen kann. Er ist transgender. Und medizinische Details dieser Art sind einfach nicht für jedes Ohr und jeden Menschen greifbar. Sie schweigt.
Menschen, die nichts Privates von sich geben, werden Außenseiter. Menschen, die zu viel Informationen teilen, die auch. Wer zu kumpelhaft mit seinen Kollegen umgeht, der mag Respekt verlieren. Insbesondere, wenn er dann doch einmal ins Management aufsteigt.
Ich selbst freue mich, wenn ich mit Kollegen ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen kann. Das macht das Arbeiten angenehm für mich.
Gerne unternehme ich auch mal etwas Privates mit dem einen oder anderen. Ein Feierabendbier gibt es da schon einmal. Vielleicht aber nur 3 Mal im Jahr. Mit einigen mag es auch mehr sein.
Gerade in Krisensituationen wie zur Zeit in meiner Firma, da festigt das eigene interne Netzwerk Motivation, Durchhaltevermögen und ermöglicht ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Es ist ja auch ein bisschen wie in der Schule. Da will man ja auch nicht alleine sitzen oder auf dem Schulhof für sich bleiben. Man braucht sein Netzwerk, den Austausch und auch die persönliche Note, um den Tag in positiver Erinnerung zu behalten.
Man muss ja nicht alles mit den Kollegen teilen.
Aber mehr als das Büro oder das Gebäude sollte es schon sein.
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