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Büroorganisation - Zwischen Playmobilmännchen und Tipex Flasche
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Dienstag, 20.05.2008 21:24 Uhr
Ramona Jakob
Büroorganisation - Zwischen Playmobilmännchen und Tipex Flasche
Da lagern Trainingsunterlagen auf Angeboten, Zeitungsausschnitte auf Handouts wie der Playmobilkatalog auf dem Pixibuch und die Legoanleitung auf dem Bob der Baumeister Heft. Kleinteile werden wild in einer Schublade gesammelt. Da ist es egal, ob es sich um Büroklammern, Tipex Fläschchen oder Matchbox Autos handelt. Nichts darf weggeworfen werden, alles könnte einem späteren Verwendungszweck dienen. Wie würde man sich dann ärgern, hätte man den heimischen Müllberg damit belastet.
Hinzu kommt, dass ich mindestens so vehement wie mein Sohn behaupte, jederzeit zu wissen, wo benötigte Gegenstände oder Unterlagen zu finden sind. Und fange ebenso hektisch an zu suchen, wenn man tatsächlich mal etwas braucht. Dabei kenne ich doch die Aufräumregeln aus dem eff eff. Nicht umsonst wiederhole ich sie mehrfach täglich. Doch auch hier findet sich die Regel Nummer 1: man muss sich eben an seine eigenen Vorschriften halten.
Welche das sind?
Na zum Beispiel, dass jedes Teil seinen eigenen Platz haben soll. Wenn man nicht weiß wohin damit, kruschtelt man es von einer Ecke in die andere. Ordnung entsteht dadurch wohl weißlich nicht. Wenn aber jedes Playmobilmännchen seinen Platz in einer Kiste findet, ist es genauso leicht auffindbar und verräumt wie meine Ideen und Statistiken in ihrem "Ideenordner". So was habe ich übrigens auch für daheim. Da ist es allerdings eher eine Kiste. Alles, was ich an Infos irgendwann einmal brauchen kann, fliegt dort hinein. Zeitungsausschnitte, Postkarten mit Sinnsprüchen, ein Cartoon, das Rezept für einen Anti-Blähungstee von Säuglingen, Gehaltsstatistiken von Trainern in Deutschland und vieles mehr.
Eine weitere Regel lautet: Räume es auf, wenn Du es nicht mehr brauchst. Bei unseren Kindern fällt es uns leicht zu sagen: Stell erst die Bücher in den Schrank, bevor Du das Puzzle rausholst. Auf unserem Schreibtisch türmt sich jedoch die aktuelle Tageszeitung neben dem Anschreiben für das Angebot und der offenen Mail einer eingehenden Beschwerde. Also nehme ich mir vor, mich an meine eigens aufgestellten Regeln zu halten. Die Zeitung wird zusammengefaltet und das Mail-Programm geschlossen. Ist eh besser, wenn Mails nicht dauerhaft eine konzentrierte Arbeit stören. Und da schau her, schon habe ich mehr Überblick und das Angebot samt Anschreiben ist ruckzuck im Postausgang.
Außerdem soll Aufräumen Spaß machen. Warum also nicht mit Kind und Kollegin eine Mini-Putzparty veranstalten. Wenn jeder kräftig zulangt und man über kuriose altertümliche Fundstücke gemeinsam lachen kann, wird es automatisch ein reinigender Erfolg.
Und noch eine Regel fällt mir ein: meine schnelle Runde. Manchmal reicht es nämlich aus, wenn ich im Schnelldurchgang das nötigste Erledige. Da kommt das Pareto-Prinzip eindeutig zum Tragen: 20% des Aufwandes bringen 80% Erfolg. Wenn ich also meine Küche ordentlich habe und im Schlafzimmer die Betten machen, sieht die Wohnung gleich viel ordentlicher aus. Finden Sie heraus, welche Aufgaben in Ihrem Beruf und Haushalt die 80% Erfolg versprechen und führen Sie diese als erstes durch. Ordnung statt Frust, wie wundervoll.
Denn Johann Wolfgang von Goethe wusste schon:
"Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen,
doch Ordnung lehrt Euch Zeit gewinnen."
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3 Kommentare
Also auf meinen Schreibtisch türmt sich nichts.
Christa Sima
Donnerstag, 26.06.2008 18:27 Uhr
Hallo Ramona, bin auch ein echter Fan des Pareto-Prinzips im Haushalt :-))
Gruß Steffi
Stefanie Kühn
Freitag, 13.06.2008 08:21 Uhr
Das klingt leider alles so klischeehaft: Frauen haben unordentliche Schreibtische, weil Frauen es lieben, sich leicht chaotisch darzustellen. So wie es auch chic ist zu behaupten, dass mein keine Mathematik verstünde ("ach, in mathe war ich ja nie gut!"), die Tasse Kaffee in zwei Händen zu halten und die Sonnenbrille im Haar zu tragen. Dem Grundtenor 'ordnung' kann ich jedoch nur zustimmen: warum sollten auf der Arbeit andere Regeln gelten als zu Hause? Warum nicht aus dem Aufräumverhalten der Kinder lernen und deren Aufräumtricks auch auf der Arbeit anwenden? Beim Aufräumen verbirgt sich nämlich auch immer ein gehöriges Potential an Kreativität, weil man was findet, was einen erinnert, was man vergessen hatte, was einen neu inspiriert, was etwas noch unfertiges perfekt ergänzt. Auch das sollten wir von unseren Kindern lernen, Zeit für Kreativität zu haben.
Viele Grüße
Petra
sevenjobs
Mittwoch, 28.05.2008 22:04 Uhr
