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Kinder brauchen Grenzen - Eltern aber auch!
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Dienstag, 13.05.2008 18:47 Uhr
Ramona Jakob
Kinder brauchen Grenzen - Eltern aber auch!
Durch den eigenen Erfahrungsschatz waren mir die Grundregeln für Grenzen nicht fremd. So formuliere ich versucht konsequent in "Ich-Form" und sage konkret "ich will das Du Dein Zimmer aufräumst" und nicht "man räumt eben sein Zimmer ordentlich auf". Auch die klare Formulierung und Verwendung von positiver Sprache findet dabei Anwendung. Wer selbst die Erfahrung gemacht hat, dass Worte wie "nein" und "nicht" scheinbar an einer unsichtbaren Gehörbarriere abprallen, wird automatisch anders formulieren. So lauten die Ansagen am morgen "Zieh Dir jetzt bitte Deine Socken an" statt "Du bist ja immer noch nicht angezogen". Dies erleichtert das morgendliche Stressritual tatsächlich sehr und ich komme deutlich entspannter an der Arbeit an.
Dennoch stellen wir fest, dass es in der Erziehung ohne Reibung nicht geht. Das gute daran ist: Reibung erzeugt Wärme. Die kann zum einen zur heftigen Explosion führen und mit einem letzten Funken ein mächtiges Feuer auslösen. Andererseits erzeugt es auch liebevolle Herzenswärme.
Außerdem ist es wichtig, seine Grenzen zu kennen. Nur wer seine Grenzen testet, kann sie nämlich auch erweitern. Dies gilt schließlich auch für uns Erwachsene. Drum sollten wir uns selbst viel öfter mal aus unserer Komfortzone hinaus bewegen, eigene Grenzen einreißen und neue Wege beschreiten. Es geht auch nicht darum, Konflikte zukünftig ausschließlich zu vermeiden, sondern sie gemeinsam zu meistern. Nur so lernen unsere Kinder auch schwierige Zeiten zu überstehen.
In der Diskussionsrunde stellt sich dann jedoch heraus, dass dies nicht immer so einfach ist. Wer hätte es gedacht! Eine Mutter berichtet davon, sich schwer mit dem eigenen Sohn vertragen zu können. Sie schmollt und ist beleidigt und nicht gleich bereit, ebenso schnell aufeinander zuzugehen wie er. Die andere schließt sich im Badezimmer ein, wenn der Streit mal zu heftig wird. So verordnet sie sich und dem Kind eine kleine Auszeit. Die nächste fotografiert den Saustall im heimischen Kinderzimmer, schließt Kinderverträge ab und kennt sich mit allen Belohnungs- und Bestrafungssystemen aus. Und je länger ich mir die Erfahrungsberichte anhöre, umso klarer zeichnet sich vor meinem inneren Auge ein Bild ab.
Da sitzen dreißig Kinder im Stuhlkreis um die Referenten herum und fragen: "Können Sie mir vielleicht sagen, wie ich mit meiner Mutter umgehen soll? Wenn es schwierig wird, sperrt sie sich im Badezimmer ein" während ein anderes Kind jammert "meine ist nicht bereit, Dinge schnell zu vergessen und sich mit mir zu vertragen". Und mit einem Lächeln auf den Lippen spüre ich eine Zuneigung in mir aufsteigen, die von Nachsicht und Milde begleitet wird.
Und ich denke mir: "Kinder brauchen Grenzen - Eltern übrigens auch!"
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1 Kommentar
Hallo Ramona, das ist wunderbar beschrieben - zum Schmunzeln, aber so ist es nun mal, auch wir Eltern brauchen Grenzen. Ich habe ein Lesezeichen mit einem schönen Spruch darauf "Kinder machen immer nur was sie wollen - und auch sonst haben sie uns einiges voraus". Viele Grüße Steffi
Stefanie Kühn
Sonntag, 18.05.2008 20:46 Uhr
